Historie

Wie alles begann

Unsere Schwesternschaft blickt auf eine lange Tradition und ist seit ihren Anfängen an der „Piepe“ – dem alten Holzhafen – beheimatet. Ihre Geschichte ist eng verknüpft mit der des heutigen Rotes Kreuz Krankenhauses Bremen gGmbH.

Neubau des Krankenhauses 1910; damals wird die Piepe noch als Hafen genutzt.

11.11.1876 ist das offizielle Gründungsdatum der Schwesternschaft. Junge Frauen können nun professionell in der Krankenpflege ausgebildet werden. Die Pflegerinnen werden im Lehrkrankenhaus, dem Rotes Kreuz Krankenhaus, für ihren Beruf geschult und leben im Mutterhaus unter Leitung der Oberin familienähnlich zusammen.

Die Schwestern, die nun "Schwestern vom Roten Kreuz" heißen, beginnen im gleichen Jahr auch in Privathäusern zu pflegen. Ein Vierteljahrhundert lang bleibt die Privatpflege in Bremen neben der Gemeindepflege das Hauptarbeitsfeld der Schwesternschaft. Man sieht es noch nicht als vordringliche Aufgabe an, Schwestern für die "Hospitalpflege" bereitzustellen.

1901:
Zum 25jährigen Bestehen des Vereins im Jahr 1901 stiften die Bremer Sparkasse und wohlhabende Bürger größere Summen und geben dadurch dem Verein die Möglichkeit, sich zu erweitern. So entstehen behagliche Wohn- und Speiseräume für die Schwestern.

1909:
Durch die Senatsverordnung wird auch in Bremen 1909 die staatliche Prüfung von Krankenpflegepersonen eingeführt. Im Vereinskrankenhaus wird eine staatliche Krankenpflegeschule eröffnet.

Nach dem ersten Weltkrieg zählt die Schwesternschaft 76 ausgebildete, 21 pensionierte und 24 Lernschwestern. Das Lehrkrankenhaus der Rotkreuz-Schwesternschaft entwickelt sich im Laufe der Jahre zum allgemeinen Krankenhaus der Neustadt. Ein Erweiterungsbau nimmt als "Willehadhaus vom Roten Kreuz" seine Arbeit auf, und entsprechend nennt sich die Schwesternschaft jetzt "Willehad Schwesternschaft vom Roten Kreuz". Willehad war der erste  Bremer Erzbischof.

1925:
In diesem Jahr wird eine weitere Schwesternschaft in Bremen gegründet, "Elisabeth-Haus des vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz e.V." Für ihr Mutterhaus erwirbt die Schwesternschaft ein Grundstück in der Lüder-von-Bentheim-Straße. Zunächst nur in der Privatpflege tätig, wird die Schwesternschaft 1929 gebeten, in den Städtischen Krankenanstalten der St.-Jürgen-Straße die Pflege in einigen Kliniken zu übernehmen. Nach weiteren fünf Jahren übernimmt die Schwesternschaft die gesamte Pflege in den Anstalten einschließlich der "Heil- und Pflegeanstalt Ellen".

1926:
In diesem Jahr wird die "Ansgar Schwesternschaft" gegründet, deren Pflegerinnen die zurückgezogenen Diakonissen aus Bethel zur Versorgung der Kranken in den Krankenanstalten ersetzen sollen. Unter Druck der Nationalsozialisten muss die Krankenanstalt den Ansgar-Schwestern 1934 kündigen. Die Schwesternschaft wird aufgelöst, den Schwestern anheim gestellt, Bremen zu verlassen oder in die Schwesternschaft Elisabeth-Haus überzutreten. Die meisten Schwestern ziehen es vor, in ihrem Arbeitsfeld zu bleiben und Rotkreuzschwestern zu werden. Zu ihnen gehört u.a. auch die spätere Oberin der Bremischen Schwesternschaft Anni Thiermann.

1929:
Frau Oberin Margarethe Gerhardt übernimmt die Leitung der Willehad-Schwesternschaft.

1935:
Als 1935 einheitliche Dienstabzeichen eingeführt werden, müssen die Bremer Schwestern ihre Willehadbrosche ablegen. 1937 werden durch Reichsgesetze alle selbständigen Rotkreuzorganisationen aufgelöst. Das bedeutet auch das Ende des Vereins zur Ausbildung von Krankenpflegerinnen; die Schwesternschaft erhält nun den Namen "Deutsches Rotes Kreuz - Hansesche Schwesternschaft Bremen".

1944:
Bei Luftangriffen wird die Osterstraße total zerstört; die Schwesternschaft verliert ihr Schwesternhaus. Schmerzlicher aber sind die Verluste an Menschenleben. Die Schwesterngemeinschaft trauert um 11 Schwestern.

1945:
Der 2. Weltkrieg ist zu Ende; das "Deutsche Rote Kreuz" aufgelöst. An Stelle des früheren Vereins zur Ausbildung von Krankenpflegerinnen werden jetzt zwei Rechtsträger geschaffen. Am 5.2.1946 wird die „Bremische Schwesternschaft vom Roten Kreuz e.V.“ gegründet und dabei die Elisabeth-Schwesternschaft in die Hansesche Schwesternschaft eingegliedert. Nach dieser Fusion führt Oberin Gerhardt die neue Schwesternschaft mit 752 Schwestern weiter. Außerdem entsteht die Stiftung Rotes-Kreuz-Krankenhaus für den Betrieb des Krankenhauses. Nach der Vereinssatzung ist der jeweilige Vorsteher des Kuratoriums der Stiftung zugleich Vorsitzender des Vorstandes des Vereins. Die enge Verbindung zwischen Schwesternschaft und dem Rotes-Kreuz-Krankenhaus bleibt also bestehen. Ein neuer Anfang ist gemacht.

Im Krieg sind die Häuser der Schwesternschaft weitgehend zerstört worden, aber die Schwesternschaft behält Heimatrecht im Rotes-Kreuz-Krankenhaus. Von hier aus kann der äußere Wiederaufbau beginnen. Das Schwesternaltenheim an der Piepe wird wiederhergestellt und gleichzeitig aufgestockt.

1951:
Auf dem Gelände der im Krieg zerstörten Seefahrtsschule wird das Schülerinnenwohnheim gebaut, in dem auch die Krankenpflegeschule der Stiftung untergebracht wird. Außerdem wird nach langem, zähem Ringen das anschließende Grundstück erworben, auf dem heute das Haus der Schwesternschaft steht.

1966:
Der 90. Geburtstag von Krankenhaus und Schwesternschaft wird am 15.11.1966 gefeiert. Außerdem wird der Grundstein für das Haus der Schwesternschaft gelegt. In seiner Festrede sagt Herr Dr. Jung, der damalige Chefarzt des Rotes Kreuz Krankenhaus: "Man könnte meinen, dass 90 Jahre zu feiern, etwas aus dem Rahmen des Üblichen herausfällt. Aber wir haben zuletzt Geburtstag gefeiert im Jahr 1926. Der 75. Geburtstag fiel in eine Zeit, in der wir noch mit dem Wiederaufbau und der Beseitigung der Kriegsschäden beschäftigt waren. Bis zum 100. Geburtstag wollten wir nun nicht mehr warten. Wir meinen vielmehr, dass 90 Jahre Arbeit, die drei Generationen hier im Zeichen des Roten Kreuzes getan haben, auch außerhalb der Mauern von Krankenhaus und Mutterhaus einmal Resonanz und Würdigung finden sollten." Am Ende der Rede heißt es: "In diesem Sinne wünsche ich unserer Schwesternschaft, dass sie auch in den kommenden Zeiten das erfüllt, was vor 40 Jahren vom Mutterhaus einer Schwesternschaft gesagt wurde: Es gibt dem, der Krankenpflege bedarf, die Gewähr einer guten Leistung und dem, der sie ausübt, die Sicherheit der Berufsarbeit und der Versorgung. Das könnte und sollte auch heute noch unser Motto sein.

Die nächsten Jahrzehnte waren durch rasante Entwicklungen und Veränderungen in der Medizin, Pflege und im Gesundheitswesen bestimmt. Dies hatte weitere Um- und Neubaumaßnahmen sowie Eröffnungen neuer Einrichtungen zur Folge.

1968:
Im Septemer wird das Schwesternaltenheim bezogen. Auch das Mutterhaus, bis zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus untergeracht, verfügt nun wieder über mehr Raum. Das Haus der Schwesternschaft ist die Krönung der Arbeit von Oberin Anni Thiermann, die 1971 aus ihrem Amt ausscheidet. Ihr folgt Oberin Gisela Bohlken, die jedoch nur knapp drei Jahre unserer Schwesternschaft vorsteht. Denn 1974 wird sie zur Präsidentin des Verbandes der Schwesternschaften vom Roten Kreuz gewählt und geht nach Bonn. Frau Oberin Elisabeth von Seebach wird ihre Nachfolgerin. 

1972:
Die Satzung der Stiftung Rotes Kreuz Krankenhaus wird geändert. Die Personalunion innerhalb der Vorstände wird aufgehoben und die Stiftung bekommt ein neues Kuratorium, in dem die Oberin der Schwesternschaft nur noch mit einer Stimme vertreten ist.

1973:
Am 6. Dezember 1973 wird der Neubau des Rotes Kreuz Krankenhaus am St.Pauli-Deich bezogen. Die alten Gebäude werden weitgehend abgerissen.

1974:
Der Erweiterungsbau des Schülerinnenwohnheimes wird vollendet. Das Wohnheim bietet Platz für 72 Schülerinnen und Vorschülerinnen sowie vier Unterrichtsschwestern.

1976:
Am 10.November 1976 wird der 100. Geburtstag unserer Schwesternschaft und des Rotes Kreuz Krankenhaus in der Oberen Rathaushalle gefeiert. Eine Festschrift über die Geschichte der Schwesternschaft wird herausgegeben.

Die folgenden 20 Jahre stehen wieder im Zeichen von Baumaßnahmen. Im Rotes Kreuz Krankenhaus werden die Röntgen- und Intensivabteilung umgebaut und das Oktagon über sechs Etagen mit Aufenthaltsräumen für die Patienten errichtet. 

1992:
In der Schwesternschaft findet nach 18 Jahren wieder ein Amtswechsel statt. Frau Oberin Irmgard Menger übernimmt am 01.01.1992 das Amt von Frau Oberin Elisabeth von Seebach. 

1994:
Am 1.12.1994 öffnet der Ambulante Pflegedienst der Bremischen Schwesternschaft seine Pforten. Mit Einführung der Pflegeversicherung 1995 wird aus dem Wohnheim der pensionierten RK-Schwestern ein anerkanntes Alten- und Pflegeheim, das 2006 bis 2008 umfassend modernisiert wird. Ein Erweiterungsbau für die Räume der Kurzzeitpflege zwischen dem Haus der Schwesternschaft und der Schule wird 1998 integriert.

2001:
Im Jahre 2001 konnten wir auf 125 Jahre Schwesternschaft zurückblicken. Dieses Jubiläum wurde unter dem Motto „Bei uns hat Zukunft Tradition“ in der Oberen Rathaushalle gefeiert. Die Bewirtung erfolgte durch unsere Schwestern in historischen Trachten.

Seit Januar 2002 zählt die Bremische Schwesternschaft einen Ambulanten Hospizdienst zu ihren Einrichtungen.

2006:
Am 01.07.2006 wird der erste Mann als Mitglied in die Bremische Schwesternschaft aufgenommen. Seitdem gehören zunehmend auch männliche Pflegekräfte zum Verein.



Aktuell

Freie Plätze im nächsten Hospizkurs

Der nächste Hospizkurs bzw. Kurs zur Sterbebegleitung findet in vier Blöcken vom 07.11.2014 - 14.02.2015 statt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Es gibt noch zwei freie Plätze. Informationen und Anmeldung bei Bärbel Heere Tel. 0421 - 52 29 222.

65. Geburtstag von Oberin Irmgard Menger

Am 08.10.2014 feierte die Vorsitzende Irmgard Menger ihren 65. Geburtstag. Sehen Sie hier Impressionen.
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Beruf & Karriere


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Freie Ausbildungsplätze

Demenz in der Familie

Zur Entlastung der Angehörigen dementiell Erkrankter trifft sich jeden 4. Donnerstag um 11.00 Uhr die Offene Angehörigengruppe (Start: 26.06.14). Leitung: Gunda Herzog. Treffpunkt: Bremische Schwesternschaft, St.-Pauli-Deich 26. Um Voranmeldung wird gebeten unter Tel. 0421 - 55 99 392